Es soll summen und brummen

Streuobstwiesen sind ein Hotspot für die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Unterstützer für mein Projekt Wildpflanzen- und Streuobstwiese gesucht.

Baumpaten für Streuobstwiesenprojekt gesucht

Wir haben es geschafft. Wir haben unser Projekt „Wildpflanzen- und Streuobstwiese Green Wave“ auf einer Crowdfunding-Plattform platzieren können. Wir sind so glücklich, dass es angenommen wurde. Auf „EcoCrowd“ werden nur besonders nachhaltige und umweltfreundliche Projekte angenommen. Und dazu gehört unser Projekt definitiv. Ihr dürft uns gerne unterstützen und so Teil einer Gemeinschaft werden, die sich vor Ort um nachhaltige und umweltfreundliche Aktivitäten bemüht.

Die Laufzeit meiner Crowdfunding-Kampagne geht vom 7. Februar bis 7.April 2020. In dieser Zeit können Interessierte auf die Seite https://www.ecocrowd.de/projekte/green-wave/ gehen und die Informationen zu meinem Projekt durchlesen. Dort ist alles genauestens erklärt. Wer dennoch Fragen hat, kann mir gerne schreiben. E-Mail: info@bea-photo.de .

Gelber Hahnenfuß auf Pferdeweide
Der gelbe Hahnenfuß ist zwar auf Weiden nicht so gerne gesehen, wird aber von Insekten gerne besucht. Hier soll die Streuobstwiese entstehen.

Wie alles begann

Der ökologische Wert von Streuobstwiesen wurde mir bereits vor 35 Jahren im Rahmen eines Praktikums im Umweltamt meiner Heimatstadt bewusst gemacht.Dort habe ich vieles gelernt, was mir heute weiterhilft. Ich habe das Glück auf einem naturnahen Grundstück mit einer großen Vielfalt an Fauna und Flora zu leben, auf dem sich vieles beobachten lässt.

Als wir auf unseren Resthof zogen, habe ich sofort Ruhezonen entlang der Gräben eingerichtet, um der heimischen Fauna und Flora ein Stück von meinem beanspruchten Raum zurückzugeben. Das hat sich ausgezahlt, denn bei uns gibt es überdurchschnittlich viele Insekten und Pflanzen, aber bei weitem noch nicht genug.

Kleiner Admiral auf Pfirsich.
Schmetterlinge wie hier der Kleine Admiral lieben überrreife Pfirsiche und Birnen.

Ein besonderes Augenmerk habe ich auch immer auf unsere Obstbäume gelegt. Es gab hier bereits mehrere alte Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäume. Dazu gesellten sich Süßkirsche, Sauerkirsche und Mirabelle. Wir pflanzten eine Reneklode, eine Süßkirsche, Apfelbäume und ein paar Beerensträucher, einen Pfirsich und einen Walnussbaum, eine Traubenkirsche, eine Kornelkirsche und einiges mehr. Hinzu kamen etliche Birken, Weiden, Eichen, Holunder, Schlehen, Berberitzen, Hartriegel, Faulbaum oder Waldgeißblatt. Ich wollte die totale Vielfalt und 90% der Anpflanzungen haben tatsächlich bei uns überlebt. Wer jemals Ziegen hatte, weiß wovon ich rede.

Der Traum von einer großen Streuobstwiese

Im vergangenen Winter keimte dann so langsam die Überlegung vorne auf der Pferdeweide eine Streuobstwiese einzurichten. Wir hatten unseren Pferdebestand reduziert und als Ganztagesweide funktionierte das 7500m² große Areal ohnehin nicht mehr. Was also anstellen mit einem so wertvollen Stück Land? Wie viele Obstbäume könnte man hier wohl pflanzen? Wäre noch Platz für die Pferde? Wie soll das finanziert werden? Viele Fragen, auf die ich zunächst keine Antwort hatte.

Karte von oben
Im grün markierten Bereich soll die Wildpflanzen- und Streuobstwiese entstehen.

Finanzierung mit Hilfe einer großen Gemeinschaft

Schon früher waren mir die Crowdfunding-Plattformen aufgefallen, auf denen Projekte vorgestellt wurden, die nach finanziellen Unterstützern suchten, um sie umsetzen zu können. Das schien mir bei manchen Projekten sinnvoll, bei anderen eher nicht. Dann stieß ich auf die Plattform „EcoCrowd“, die nur nachhaltige und umweltschonende Projekte listete. Das beeindruckte mich und es deckte sich mit meinen Vorstellungen von einem Projekt, welches von der Crowd/Gemeinschaft finanziert werden könnte. Mein Ehrgeiz war entfacht.

Brennessel und Raupen vom Schmetterling
Nur wer Brennesseln stehen lässt, wird später den Kleinen Fuchs bewundern können. Wildpflanzen sind wichtige Nahrung für Insekten.

Ich gewann langsam Gefallen an der Vorstellung von einer großen Streuobstwiese. Aber ich wollte auch den vielen wertvollen Wildpflanzen einen Raum bieten, sie nicht einfach ausklammern, sondern integrieren in meine Obstwiese. Das erschien mir ökologischer und umweltgerechter. Unter meinen Obstbäumen sollte es keinen kurzen Rasen geben. Hier sollten Disteln, Wiesenkerbel, Schafgarbe, Brennnesseln, Taubnesseln, Sauerampfer, Beinwell, Klee, Ringelblumen und Löwenzahn stehen.

Erste Pflanzungen als Schutzwall

Schon mal vorab pflanzten wir im Frühjahr 2019 einen 5 Meter breiten Abschirmstreifen aus Weiden, Eschen, Eichen, Wildrosen, Haselnüssen, Traubenkirschen und Hartriegel gegen die Fahrbahnseite mit dem Graben. Damit sollte die kommende Streuobstwiese einen ersten Schutz aus Pflanzen gegen die Abgase und Lärmbelastungen der Durchgangsstraße nach Seefeld erhalten. Dieser Streifen sollte wie eine Ruhezone fungieren und so auch der zu erwartenden Fauna einen geeigneten Schutz bieten. Die Setzlinge rekrutierten wir alle aus unseren bereits vorhandenen Bäumen und Sträuchern und deren Ablegern, so dass wir nichts dazu kaufen mussten.

Der heiße Sommer kam und zeigte uns Grenzen auf. Wir mussten unsere Anpflanzungen mit Grabenwasser vor dem Verdursten retten. Das haben wir zum Glück geschafft, aber es gab mir zu denken für geplante Anpflanzung unserer Obstbäume. Trotzdem gefiel mir der Gedanke weiterhin.

Bildersammler

Mit der Kamera suchte ich mir schon mal zahlreiche Motive, fotografierte und filmte auf der Fläche und unserem angrenzenden langen Zufahrtsweg. Film für Film, Fotostrecke für Fotostrecke entstanden. Bei „EcoCrowd“ sind Filme sehr willkommen, da sie das Projekt gut vorstellen können und auch einen Einblick hinter die Kulisse bieten. Ein Pitchfilm (eine komprimierte filmische Zusammenfassung) gilt als die Visitenkarte für ein Projekt.

Hornisse und Fliegen auf Birne.
Hornissen und andere Insekten lieben überreife und gärende Birnen. Sie fühlen sich von ihnen magisch angezogen.

Matschbirnen als Delikatesse

Der Sommer ging, der Herbst kam, das Obst wurde reif und schmeckte lecker. Aber nicht nur uns, sondern auch den Hornissen, den Wespen, Fliegen und dem Kleinen Admiral. Da konnte ich es wieder beobachten, wie gerne auch Vögel, Kleinsäuger und Insekten am heruntergefallenen Obst naschen. Sie waren geradezu berauscht von den gärenden Birnen. Streuobstwiesen sind ein Hotspot für die verschiedensten Tiergattungen. Gerade weil das Obst liegen bleibt und vergären darf, wird es so wertvoll für die Tiere.

Green Wave wird geboren

Im Winter fand ich auch endlich den Namen für mein Projekt und nannte es „Wildpflanzen- und Streuobstwiese Green Wave“. So nah am Wasser (Jadebusen) ein durch und durch umweltfreundliches Projekt aufbauen, da konnte es keinen anderen Namen geben. Ich war mittlerweile fest entschlossen, mich beim Crowdfunding zu bewerben. Es dauerte dann noch bis Januar 2020 bis ich endlich so weit war und meine Bewerbung abgab. Binnen zwei Tagen kam eine positive Meldung zurück, es gab noch kleinere Verbesserungsvorschläge, die ich schnell erledigen konnte. Sie waren offenbar angetan von meinem Projekt und freuten sich. Auch ich war erleichtert, denn „Green Wave“ war mittlerweile wirklich zu einem Herzensprojekt geworden und das gibt man ungern auf und legt es wieder zurück in die Schublade.

Logo für Streuobstwiesenprojekt
Mit diesem Logo ist unser Projekt überall wiederzuerkennen. Ein Schmetterling fliegt zu einem Apfel, der von grünen Wogen getragen wird.

Ende Januar wurde mein Projekt von „EcoCrowd“ anerkannt, sie wünschten mir viel Glück und gaben noch einige Tipps zum Marketing. Juchhu, das Gröbste hatte ich geschafft!

Mit Marketing ans Ziel

Nun liegt es an mir, was aus dem Projekt werden wird. Alle Projekte müssen von den Projektleitern selbst beworben und bekannt gemacht werden, was bei der Flut an Informationen im Netz gar nicht so einfach ist. Menschen für ein solches Projekt zu begeistern, stellt sicherlich eine große Herausforderung dar. Der stelle ich mich gerne und deshalb freue ich mich über jeden Leser, der sich für das Projekt interessiert und sich mit dem Gedanken trägt, es zu unterstützen.

Jeder Unterstützer erhält je nach Höhe der Finanzierung unterschiedliche Tauschobjekte, denn es geht auch darum, nicht nur Geld für die Umsetzung einzusammeln, sondern den Unterstützern auch etwas zurückzugeben. Seit gespannt, was ich für euch bereit halte.

Wiesenkerbel mit Käfern.
Der viel geschmähte Wiesenkerbel bietet vielen Insekten Schutz und Nahrung.

Es soll summen und brummen

Für mich und meinen Lebensgefährten bedeutet dieses Projekt sehr viel. Und ist bewusst, dass wir viel Arbeit hineinstecken müssen, aber das nehmen wir gerne in Kauf. Es wäre schön, wenn das Potential des Projektes auch von anderen Menschen erkannt und mitgetragen wird. Wir müssen nicht immer in andere Länder oder Kontinente schauen, wir können auch hier vor Ort etwas Neues und ökologisch Wertvolles schaffen. Um das Insektensterben aufzuhalten, brauchen wir solche Flächen, die nachhaltig, extensiv und mit biologischem Hintergrundwissen betrieben und erhalten werden. Wenn es am Ende summt und brummt, zwitschert und tiriliert, zirpt und quakt, dann haben wir hoffentlich alles richtig gemacht und ein Stück dazu beigetragen, dass unsere Umwelt, unser Kulturland, wieder etwas artenreicher ist. Und mit etwas Glück profitiert dann auch der Mensch/Unterstützer…

Aber lest dazu mehr auf „EcoCrowd“.

 

Die Rote Zora gewinnt

Tomatengenuss – Wie aus einer unscheinbaren kleinen Pflanze ein nachhaltiges Ernährungskonzept wurde.

Meine Unabhängigkeit von der Tomatenindustrie

Recht gutgelaunt und blauäugig pflanzte ich im Mai meine aus Samen selbst gezogene Flaschentomate „Rote Zora“, sowohl in unser Gewächshaus (vier Pflanzen) als auch in zwei Beete im Freiland (insgesamt 9 Pflanzen). Zu diesem Zeitpunkt waren sie klein, blassgrün, langstielig und eher schwach auf der Brust. Was dann daraus wurde, übertraf meine kühnsten Vorstellungen bei Weitem.

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Ein Besuch im Vielfaltsgarten Deichtomate von Renate Düring bringt uns Bloggern unbekannte Seh- und Geschmackserlebnisse. Ein Interview gibt Einblick in ihren Alltag als engagierte Gärtnerin.

Alte Nutzpflanzen sind wertvolle Kulturgüter

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Permakultur – nur Mode oder zukunftsfähig?

Eine nachhaltige Form der Selbstversorgung

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit der #Permakultur. Vielleicht haben einige schon einmal den Begriff gehört, für viele dürfte er aber unbekanntes Terrain sein. Mit Permakultur wird eine bestimmte Art des Kultivierens und Gärtnerns bezeichnet, mit dem Ziel, Nahrungs- und Heilpflanzen für sich und andere im Einklang mit der Natur zu produzieren. Monokulturen sind tabu. Diese Form des Anbaus setzt ein Umdenken voraus und betrachtet die Kulturpflanzen und auch die vorhandenen Wildpflanzen aus einem anderen Blickwinkel. Mit Permakultur ist eine innere Haltung verbunden, die der Natur zugewandt ist, den Nachhaltigkeitsgedanken verinnerlicht hat und jegliche Form von chemischer Beeinflussung ablehnt. Viele bezeichnen die Permakultur auch als eine essbare Landschaft, die durch eine große Artenvielfalt bei Fauna und Flora gekennzeichnet ist.

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Die Haare einer leckeren Nuss

Kokosbürste schrubbt Karotten, Möhren, Kartoffeln, Topinambur und andere Wurzeln.
Ob Möhren, Kartoffeln oder Topinambur, meine Kokosbürste schrubbt sie alle.

Meine Kokosbürste wird 29

Vor nunmehr fast 30 Jahren – es muss Anfang der 90er gewesen sein – kaufte ich mir bei einem heute noch existierenden Ökoversandhandel unter anderem eine Gemüsebürste aus Kokosfasern. Sie wurde als robust und zuverlässig beschrieben. Ich zog aus dem Päckchen eine etwas hartborstige und leicht stachelige unspektakuläre dunkelbraune Bürste. Nie hätte ich mir damals träumen lassen, dass ich sie noch heute fast genauso gut benutzen kann.

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