9 Empfehlungen für Filme zum Thema Nachhaltigkeit

Der Blog des Kulturverein Seefelder Mühle empfiehlt 9 Filme zum Thema Nachhaltigkeit

Seit inzwischen zwei Jahren besteht unser Blog! Und zum Jahresbeginn wirft man doch gern einmal den Blick zurück auf das Vergangene. In 2020 hat Corona auch unsere Blogaktivitäten, die nicht im digitalen Raum geplant waren, stark eingegrenzt. Aber was wir in diesen zwei Jahren durchgehend umsetzen konnten, war die Dokumentarfilmreihe rund um Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit. Diese Filme können wir wärmstens empfehlen!

Hier die Filme im Überblick:

  1. We Feed The World, 2005
  2. The True Cost – der wahre Preis der Mode, 2015
  3. Plastic Planet, 2009
  4. Zeit für Utopien, 2018
  5. Unser Saatgut – wir ernten, was wir sähen, 2018
  6. Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen, 2016
  7. Das System Milch – die Wahrheit über die Milchindustrie, 2017
  8. Butenland, 2020
  9. Die grüne Lüge, 2018

In den verlinkten Trailern kann man sich einen Eindruck über die Inhalte verschaffen. Wir weisen ausdrücklich daraufhin, dass wir keine Rechte an dem verlinkten Material haben!

Start 2018 – dystopische Zeiten

2018 stand im Zeichen des Themenjahres „Gutes Morgen, Stadland!“, welches auch unserem Blog seinen Namen gab. Die Filmauswahl stand unter dem Aspekt, auf Missstände aufmerksam zu machen und folgte den Themenschwerpunkten des Jahres: Bekleidung, Lebensmittel, Plastik und Müll (-vermeidung).

We Feed the world von Erwin Wagenhofer. Der bereits 2005 erschienene Film thematisiert die Massenproduktion von Lebensmitteln weltweit. Anschaulich führt er den Zuschauenden vor Augen, woher unsere Nahrung kommt. Mit dem kleinen Bauernhof von nebenan hat das leider nur noch wenig bis gar nichts mehr zu tun. Dieser Umstand war vielleicht noch nicht jedem*r Endverbraucher*in bewusst. Mittlerweile wissen wir eigentlich, dass unser Fisch aus überfischten Meeren kommt, unser Fleisch unter tier- und menschenverachtenden Umständen erzeugt wird und große Konzerne sich das Recht auf patentiertes Saatgut herausnehmen.

Die Überfischung der Ozeane ist nur eines von vielen globalen Problemen, wenn es um unsere Ernährung geht

The true Cost – der Preis der Mode erschien 2015 und verfolgt den Weg von Bekleidungsstücken von der Herstellung bis in unseren Schrank. Gegenübergestellt werden Teenager aus der westlichen Welt und deren Konsumverhalten nach dem Prinzip Fast Fashion – also dem rasanten Abwechseln der neuen Kollektionen in den Modehäusern und der dazu passenden Wegwerfmentalität. Auf der anderen Seite wird die Produktion gezeigt, die Bedingungen, unter denen zu Minimalstlöhnen selbst teure Markenklamotten entstehen, in Banglasdesh und anderswo. Andereseits bieten die oft schlechten Arbeitsbedingungen insbesondere für Frauen eine Einkommensquelle und somit Selbstständigkeit – eine gesamtgesellschaftliche Zwickmühle und ein Plädoyer für Fair Fashion!

Wo kommt eigentlich unsere Kleidung her? Eine Frage, der man nachgehen sollte! Foto: Gesche Gloystein.

Plastic Planet erschien 2009. Den Abschluss in 2018 bildete Plastic Planet von Werner Bote. Der Film gibt einen Einblick in unser Leben mit Kunststoff. Ausgehend von seiner eigenen biografischen Erfahrung zeigt Bote die Auswirkungen der Wegwerfmentalität auch in den eher wenig bevölkerten Gebieten der Erde. Selbst die Wüsten und Weltmeere sind voll davon. Wie kommen wir da wieder raus?

Plastikmüll ist nicht nur an den Küsten der Nordsee ein Problem

2019 im Zeichen der Utopien

2019 beschloss das Kulturzentrum Seefelder Mühle die Reihe fortzuführen, aber nach den dystopischen Einblicken in die Lage der Welt den Blick für utopische Denkweisen zu öffnen. Wir kennen die Probleme, aber was kann die Lösung sein?

Zeit für Utopien machte den Auftakt. Der Film von Kurt Langbein besucht Projekte, die neue Denkweisen und Handlungsspielräume zeigen. Von der mikroregionalen Vermarktung von frischen Biolebensmitteln, bis hin zu energieeffizienten Stadtbauprojekten. Von Aussteigern, aber auch Erfolgsgeschichten ganzer Unternehmen, wie die einer Teefabrik, welche von einem großen Konzern aufgegeben wurde, aber nun in genossenschaftlicher Selbstverwaltung der Angestellten weiterhin gut läuft und eine faire Lebensgrundlage bietet.

Träumen von einer besseren Welt – Zeit für Utopien

Unser Saatgut – wir ernten, was wir sähen von Taggart Siegeln und Jon Betz verfolgt den Ursprung aller Pflanzen: das Samenkorn. Vielen ist die ganze Vielfalt unserer essbaren Pflanzenwelt gar nicht bewusst, längst haben ertragreiche Monokulturen den Markt erobert. Aber wie kann es gelingen Vielfalt zu bewahren und die Weltbevölkerung nachhaltig zu ernähren? Der Film zeigt beispielsweise die Lage in Indien auf. Viele Kleinbauern sind inzwischen gezwungen das Saatgut großer Konzerne zu kaufen. Das verschafft den Firmen ein Monopol auf die Lebensgrundlage ganzer Landstriche und treibt viele in die Verzweiflung.

Bohnenvielfalt wiederentdecken.

Diesen Film haben wir in Kooperation mit dem Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) gezeigt. Renate Düring war vor Ort und informierte über die Arbeit des Vereins, der sich bemüht altes Saatgut zu erhalten und zur Verfügung zu stellen für den privaten Anbau.

Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen von Cyrill Dion und Melanie Laurent zeigt wieder Wege in eine positive Zukunft. Aufgrund einer Vorhersage, dass in maximal 40 Jahren für die Welt wie wir sie kennen der Kollaps nicht abzuwenden ist, machen die beiden Aktivisten sich auf den Weg. Global erkunden sie Lösungsansätze, besuchen ökologische Projekte und zeigen neue Wege auf. Dabei zeigt sich, dass es bereits vielversprechende Projekte weltweit gibt.

Wenn wir die Schönheit unserer Welt erhalten wollen, brauchen wir kreative Lösungen

2020 – Fokus auf regionale Themen

Auch 2020 war es mit entsprechenden Hygieneauflagen möglich, Filmabende zu veranstalten. Das Programm in diesem Jahr war gemischt, es zeigte sowohl dystopische als auch utopische Ansätze. Gefreut hat uns, dass die Publikumszahlen stetig stiegen. Unser Projekt hat sich in der Region herumgesprochen und spricht viele Menschen an!

Das System Milch – die Wahrheit über die Milchindustrie. Der Auftakfilm in diesem Jahr sorgte noch im Februar für ein vollbesetztes Haus. Der Film von Andreas Pichler von 2017 verfolgt das Lebensmittel Kuhmilch rund im den Globus. Die Zeiten beschaulicher Kleinbauern sind längst vorbei, es verbirgt sich eine riesige Industrie hinter der Versorgung mit Milch und Milchprodukten. Schnell wird deutlich, dass sowohl Verbraucher, aber auch Erzeuger in einer kapitalistischen Spirale stecken und ohne ein Umdenken der Großen Molkerei-Konzerne kein Ausweg möglich ist – außer vegan zu leben, das bleibt immerhin den Endverbraucher*innen offen.

Milchkühe und kleine landwirtschaftliche Betriebe sind die Verlierer in einem riesigen kapitalistischen System

In Verbindung mit einer veganen Vesper konnten wir im September den sozusagen regionalen Film Butenland von Marc Pierschel zeigen. Denn der Hof Butenland ist nur einen Katzensprung von der Seefelder Mühle entfernt! In Butjadingen hat der ehemalige Landwirt Jan Gerdes mit der Tierschutzativistin Karin Mück 2011 ein „Altersheim für Kühe“ eröffnet. Der ehemalige Milchviebetrieb gibt nun nicht nur Kühen, sondern auch vielen anderen Tieren ein sicheres Zuhause auf Lebenszeit und stellt sich damit gegen die Marktkonventionen, dass insbesondere Nutztiere irgendwann ausgedient haben. Hier darf jedes Lebewesen sein, wie es ist und sein Leben genießen!

Alte, glückliche Milchkühe, die nicht mehr ausgebeutet werden, leben friedlich auf Hof Butenland

Den Abschluss der bisherigen Reihe machte erneut ein Film von Werner Bote. Mit Die Grüne Lüge deckt er gezielt Greenwashing-Mechanismen der Industrie auf. Denn nicht alles ist so grün, wie es einem die Hersteller gern glauben machen möchten! Auch Bio ist nicht immer gleich fair oder nachhaltig. Einen Kompass im Konsumjungle der vermeintlich nachhaltigen Produkte gibt es noch nicht, aber immerhin Ansatzpunkte, auf die man seine Aufmerksamkeit richten sollte.

Was im eigenen Biogarten wächst, ist garantiert fair und nachhaltig.

Die Filmreihe soll auch in Zukunft fortgesetzt werden. Wir sind offen für Filmvorschläge! Schreibt eure Vorschläge einfach in die Kommentare! In einem weiteren Beitrag werden wir hier darüber berichten.

Autorinnenprofil Gesche Gloystein

Autor: Seefelder Mühle

Die Seefelder Mühle ist ein soziokulturelles Zentrum auf dem Land. Zwischen Weser und Jadebusen macht die Mühle das leben bunt! Mit Kulturveranstaltungen und Projekten, die immer dazu einladen sich einzubringen.

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