Nachhaltig Ostereier färben

Birgit Baumann erklärt in einem Gastbeitrag wie sich Eier nachhaltig mit Zwiebelschalen färben lassen.

Marmorierte Zwiebelschalen-Eier

Ein Gastbeitrag von Birgit Baumann

Ostern bedeutet für mich seit vielen Jahren unter anderem das Versenden von Ostermails mit Frühlingsmotiven und Fotos der jeweils aktuellen marmorierten Zwiebelschalenostereier. Denn: wozu Farben zum Färben kaufen, wenn man alles für wunderschöne Ostereier gratis im Haus, im Garten oder auf der nächsten Wiese findet? Später kamen entsprechende Bilder auf Facebook dazu oder in den letzten Jahren im Status bei WhatsApp. Die Reaktionen sind stets positiv und wiederkehrend die Frage „Wie geht das?“

Die Auswahl ist groß

Supermärkte und Drogerien haben eine große Auswahl an Naturfarben und anderen Färbemitteln im Angebot. Es gibt Färbestifte, Farbtabletten, Serviettentechnik und noch mehr. Erstmals aufgefallen ist mir vor einigen Tagen gar ein Set, mit dem man Silberakzente auf die Eier bringen kann.

In meiner Kindheit gab es zuhause Farbtabletten, die in Plastikbechern in Wasser aufgelöst wurden: Ei rein, kurz abwarten, fertig. Manchmal gab es Gelstifte, mit denen die Eier bemalt wurden. Der Reiz war gering, sah doch jedes Ei so aus wie solche, die vorgefärbt im Supermarkt erhältlich waren.

Nachhaltige Varianten

Später setzte sich mein Vater durch, der die Eier „wie früher zuhause“ färbte: mit Zwiebelschalen. Für mich weitaus faszinierender, unvorhersagbarer und frei von Schnickschnack.

In den Folgejahren begann ich selbst auch, mit verschiedenen Naturfarben zu experimentieren: Teereste (Schwarz- und Früchtetees), Saft von Roter Beete, etwas Kurkuma, zerstoßenes Gras…

Muster ließen sich erzeugen durch Auflegen von Pflanzenblättern und Blüten oder Umwickeln mit Fäden. Im Internet gibt es auch massenhaft Anleitungen mit Hinweisen, wie man mit Naturmitteln färben kann.

Eier und Zwiebelschalen – Viel mehr braucht man nicht zum nachhaltigen Eierfärben.

Die Zwiebelschalen-Methode

Bei Zwiebelschalen geht es überwiegend darum, einen Sud zum Färben (hier Sendung mit der Maus) herzustellen.

Um das Ganze so anschaulich wie möglich zu machen, habe ich für die Bilder sowohl weiße als auch braune Eier gefärbt, obwohl ich die Wirkung auf dunkleren Eiern generell weitaus schöner finde.

Was wir brauchen:

  • Eier und Zwiebelschalen (beim Gemüsehändler auf dem Wochenmarkt fragen),
  • Lappen aus Baumwolle oder Leinen (ich habe ein verfärbtes Shirt zerschnitten)
  • eine Schüssel mit etwas Wasser
  • einen Kochtopf mit Wasser
  • etwas Essig
  • Bindfaden oder Gummibänder
  • optional etwas Speiseöl für den Glanz

So wird’s gemacht:

  1. Zwiebelschalen in einer Schüssel mit kaltem Wasser etwas einweichen
  2. Eier „anpieksen“
  3. Lappen mit verschiedenen Zwiebelschalen auslegen
  4. Ei im Lappen einbinden
  5. Wasser im Topf mit einem Schuss Essig aufkochen und evtl. zusätzlich einige Zwiebelschalen mit reinlegen
  6. Eier kochen (auf die übliche Kochzeit wegen der „Umverpackung“ ca. eine Minute aufschlagen)
  7. Eier herausnehmen, abschrecken und auswickeln
  8. falls gewünscht mit etwas Speiseöl einreiben

Überraschungseier

Wie das genaue Ergebnis sein wird, bleibt immer zu einem gewissen Teil Zufall und macht für mich einen Großteil der Freude an den marmorierten Ostereiern aus.


Die Intensität und Verteilung der Farben lässt sich nur wenig steuern. Geringe Unterschiede lassen sich höchstens durch die Dicke der Schicht der Zwiebelschalen an einem Ei oder durch festeres Einwickeln erzielen. Wer zusätzlich Muster erzeugen möchte, kann das Ei vor dem Färben auch mit Bändern umwickeln und damit farbfreie Stellen erzeugen.

Nach der Färberei

Am Osterwochenende ging meine Familie früher meistens auf einem Spaziergang „Eierkullern“ (s. Wiki), bei dem alle ein Osterei einen möglichst sandigen Hang herunter rollen ließen. Gewonnen hatte, wessen Ei am weitesten kam, ohne dass die Schale einen Knacks bekam.

Egal ob die Vorliebe beim Essen der Eier bei „pur“, mit Salz, Senf oder Maggi liegt:

Mahlzeit!

Hübsch marmoriert unterscheiden sich diese gefärbten Eier von anderen. Foto Birgit Baumann.

Anmerkung der Gutes Morgen, Stadland Blog-Redaktion:

Das Färben von Ostereiern ist ein sehr beliebter Brauch. Als wir uns Gedanken dazu gemacht haben, ob es auch nachhaltigere Alternativen zu gekauften Eierfarben gibt, haben wir auf dem Blog Kultur hoch N einen Artikel von Birgit Baumann entdeckt und haben sie gefragt, ob sie ihn nicht auch bei uns auf dem Blog veröffentlichen möchte. Und Birgit hat ja gesagt!

Aurorin – Birgit Baumann

„Ich bin Birgit, lebe in der Grafschaft Bentheim und arbeite im Bereich Kultur/Kulturtourismus. Nachhaltigkeit setze ich zumindest im Kleinen um, indem ich bereits seit meinem Studium weitestgehend auf Plastiktüten verzichte und in letzter Zeit immer mehr auf Unverpacktes setze.“

Autor: Seefelder Mühle

Die Seefelder Mühle ist ein soziokulturelles Zentrum auf dem Land. Zwischen Weser und Jadebusen macht die Mühle das leben bunt! Mit Kulturveranstaltungen und Projekten, die immer dazu einladen sich einzubringen.

Ein Gedanke zu „Nachhaltig Ostereier färben“

  1. Eine schöne Idee! Da ich die Eier zwar mit Zwiebelschalen färbe, aber keine Lappen dafür nehme, sind sie ab und an nicht marmoriert sondern wie gekauften braune Eier… C’est la vie!
    Liebe Grüße
    Natalia

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