Selbstversorgung aus dem eigenen Gemüse- und Obstgarten – Ein Beitrag zur Nachhaltigkeit?

Bild 3 Rote Bete

Nun ist es so weit: Es ist November, die Zeit wurde auf Winterzeit umgestellt und um 17 Uhr ist es so gut wie dunkel. Also habe ich jetzt die Muße zu einer Rückbesinnung auf das Gartenjahr.

Einige Erklärungen vorweg: Als Tochter eines Bauern, die bis zu ihrem Abitur auf dem elterlichen Hof gelebt hat, war es für mich selbstverständlich, einen großen Gemüsegarten zu haben, um daraus die neunköpfige Familie mitsamt den Arbeitskräften in der Erntezeit zu versorgen. Das Leben in und mit der Natur hat mich so geprägt, dass es mein größter Wunsch nach meinem Examen war, auf dem Land ein kleines Bauernhaus mit einem großen Garten zu haben. Dieser Wunsch wurde vor 44 Jahren Wirklichkeit.

Bild 2 Der Gemüsegarten

Unser Gemüse- und Obstgarten ist so angelegt, dass wir uns fast das ganze Jahr über mit Gemüse und Obst selbst versorgen können. Im Frühjahr geht die Arbeit los. Bild 4 Dill und GurkenpflanzenDer Kompost wird gesiebt, um damit den Nutzgarten zu düngen. Als erstes säe ich Salat, Möhren, Rote Bete und Mangold. Zwischen die Möhrenreihen stecke ich Zwiebeln, damit die Möhrenfliege verschreckt wird.
 Auf dem Wochenmarkt kaufe ich die Kohlpflanzen. Die können schon Ende März gepflanzt werden, weil ihnen leichte Fröste nichts ausmachen. Die Petersilie sollte auch schon sehr früh gesät werden. Sie mag zum Keimen feuchte kalte Erde.

Im April/Mai beginnen die Bild 5 ZucchiniObstbäume zu blühen. Zuerst erscheinen die Blüten des Weinbergpfirsiches, dann der unterschiedlichen Pflaumen und Zwetschgen, der Mirabelle, dann der Birnen und Äpfel und zum Schluss der Quitte. Für eine gute Obsternte sorgen die Bienen unseres Sohnes, die uns und viele andere Menschen mit Honig versorgen. Im Mai, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, werden die Bohnen, Tomaten, Zucchini und Gurken gepflanzt. Ein großer Kräutergarten versorgt uns das ganze Jahr über mit Kräutern.

Nun ist Pflege angesagt!Bild 6 Mirabellen, schon fast reif  Nicht nur das Gesäte und Gepflanzte wächst, sondern
auch das nicht so geliebte Unkraut. Aber die viele Arbeit wird mit einer reichlichen Ernte belohnt. Es gibt so viel, dass auch Verwandte, Nachbarn und Freunde davon profitieren. Vieles wächst, ohne dass man sich darum kümmern muss, nämlich das Obst an den Bäumen und das gesamte Beerenobst. 

Bild 1 Erntereife Brombeeren

Ich mach es wie meine Mutter: Es werden Vorräte angelegt. Das Gemüse, das nicht gleich gegessen wird, wird eingefroren.

 Bild 8 Gurken Kürbis, Rotkohl in Gläsern eingemacht

Pflaumen, Mirabellen und Birnen werden in Gläsern als Kompott eingemacht, Gurken werden nach dem Rezept meiner Schwiegermutter eingemacht, und aus dem Beerenobst entsteht Marmelade oder Gelee. Im Oktober ist die große Apfelernte angesagt. Dieser Vorrat versorgt uns bis in den April des nächsten Jahres mit Äpfeln.

Warum erzähle ich das alles? Menschen, die unsern Garten besuchen, fragen immer: „Wie macht ihr das alles?“ Es ist in der Tat viel Arbeit. Sie beinhaltet auch eine zeitliche Abhängigkeit.
Doch wenn man sich das Ergebnis anschaut, ist es eine Arbeit, die glücklich und zufrieden macht. Es beruhigt mein Gewissen, dass wir auf diese Weise sehr viel Müll einsparen und den gelben Sack nur alle drei bis vier Wochen an die Straße stellen müssen.

Ich möchte allen Menschen, die einen Garten haben, Mut machen, einen Teil ihres Gartens umzugraben, um ihn in einen Gemüse- und Kräutergarten umzuwandeln. Es erfüllt einen mit Stolz, z.B. den Salat, der ohne Gift und künstlichen Dünger gewachsen ist, im eigenen Garten zu ernten. Wer Ratschläge für die Selbstversorgung braucht, darf sich gern an mich wenden. Ich würde mich freuen, mein geerbtes Wissen weiterzugeben. 

Autorinnenprofil Christa Meinen

Autor: Seefelder Mühle

Die Seefelder Mühle ist ein soziokulturelles Zentrum auf dem Land. Zwischen Weser und Jadebusen macht die Mühle das leben bunt! Mit Kulturveranstaltungen und Projekten, die immer dazu einladen sich einzubringen.

2 Kommentare zu „Selbstversorgung aus dem eigenen Gemüse- und Obstgarten – Ein Beitrag zur Nachhaltigkeit?“

  1. Ein toller Artikel, Christa! Ich habe bisher nur drei Hochbeete in unserem Garten, in denen ich versuchsweise Salat, Rucola, Spinat, Basilikum, Schnittlauch und Kartoffeln anbaue. Dazu kommen Tomaten im Gewächshaus und ein paar Kübel mit Gurken. Die Obstbäume sind zum Glück ganz pflegeleicht. Durch deinen Artikel habe ich nun wieder richtig Lust bekommen, mich stärker mit dem Eigenanbau von Gemüse zu beschäftigen. Bestimmt werde ich mich im Frühjahr mal mit der einen oder anderen Frage an dich wenden! :-)

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